Leidenschaft (FSK 16)

Kaum hatte ich aufgelegt, musste ich mich schon wieder über mich selbst wundern. Und ein bisschen stolz bin ich auch. Bestimmt, aber mit vorsichtiger Bedacht hatte ich ihn abgewimmelt. Er wollte schon wieder etwas mit mir unternehmen, ist das denn zu glauben? Die letzten 4 Nächte habe ich mit ihm verbracht, in leidenschaftlicher Vereinigung und kaum eine Minute waren wir mal getrennt. Sogar die Dusche haben wir uns geteilt. Und kaum verbringe ich mal einen Tag alleine, hält er es kaum ohne mich aus. Was ist denn so besonderes an mir? Frage ich mich.

Ich habe schon öfters von Männern gehört, dass es leicht ist, sich in mich zu verlieben und mich innigst zu lieben. Da ich offen, ehrlich und immer bemüht bin authentisch zu sein. Schön für die Männer. Mir fällt es nie leicht, einen Mann so zu lieben wie er ist. Kaum fängt er an zu klammern, möchte ich gerne schreiend davon laufen. Warum muss das sein? Warum kann man nicht einfach die Zeit, die man zusammen hat, genießen? Wieso muss es immer noch mehr Zeit, noch intensivere Zeit sein? Warum genügt es nicht, wenn wir stundenlange Liebesspiele haben, zusammen kochen, essen, schlafen, kuscheln, ausgehen oder uns wieder dem Liebesspiel widmen? Wo ist der Punkt?

Enttäuscht bin ich. Alles wiederholt sich, es scheint ein Muster zu sein. Ziehe ich solche Männer an oder ziehen die Männer mich an? Oder ziehen sie mich nur aus, wollen mir das allerletzte Höschen vom Leib reißen und sogar noch mehr. Noch mehr. Weiter, immer mehr. Bis nichts mehr von mir übrig ist und wir verschmelzen. Loslassen. Uns loslassen und hinein fallen lassen in die unendliche Weite des Nichts und des Alles. Alles kann, nichts muss.

Am schönsten sind die Menschen, die nichts fürchten. Die für alles offen sind. Die loslassen können in den richtigen Momenten. Sich selbst aufgeben, fallen lassen und verschmelzen. Die vollstes Vertrauen haben in sich selbst und sich völlig vollständig fühlen, so wie sie sind. Nur ein kleiner Teil fehlt. Oder ein großer, je nach dem. Vollständigkeit kann ich besonders dann empfinden, wenn die Schwere eines männlichen Körpers auf mir ruht und ich mit ihm vereinigt bin in Ekstase. Das wundervollste für eine Frau ist, wenn der Mann es im Griff hat. Sich selbst und den Orgasmus der Frau. Wenn er kontrolliert und sich beherrscht. Wenn er mit Stärke beweist, dass er voll und ganz in seiner Männlichkeit ist. Sowohl durch körperliche, als auch durch geistige Stärke. Wenn er voll und ganz zu seinem Animus geworden ist und die Frau im Moment der Vereinigung seine Anima ist. Er braucht keinerlei weibliche Energie mehr beim Liebesspiel. Er ist der Mann. Wild, leidenschaftlich, bewusst. Ein Tier. Sie ist die Frau. Wild, leidenschaftlich, hingebend. Sich selbst hingebend an den Mann. Weich wie Seide, in seinen Händen zerfließend. Und er hält sie fest. Er begrenzt und leitet sie, ihre wilde und unbändige Leidenschaft hält er in seinen Händen und verfügt darüber. Er ist der Macher, der Lenker. Das ist die pure Liebe, die pure Leidenschaft, das Liebesspiel wie es die Natur vorgesehen hat. So und nicht anders. Ein Liebesspiel was Stunden dauert, Tage. Oder eine Ewigkeit. Ein Liebesspiel, bei dem Zeit und Raum in Vergessenheit gerät, weil es vollkommen unwichtig ist. Nur wer sich selbst vertraut, kann sich selbst vergessen. Sich aufgeben und vollständig loslassen. Und eins werden mit allem.

 

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