Sucht

Schaut man sich das Wort Sucht an, so fällt einem beinahe unmittelbar etwas ins Auge: die Sucht beinhaltet die Suche. Die Suche nach etwas. Wonach sind wir auf der Suche? Suchen wir nicht alle uns selbst, unser innerstes, unsere eigene, persönliche Wahrheit?

Eine Sucht bedeutet Abhängigkeit. Abhängig sein von etwas im Außen, etwas das nicht ein Teil von uns selbst ist. Das kann eine andere Person, ein anderer Gegenstand sein oder ein bestimmtes Gefühl das man bekommt, wenn im Außen etwas passiert. Ein Beispiel: jemand macht uns ein Kompliment, wir fühlen uns geehrt und ein Stückchen selbstbewusster. Wir nehmen das Kompliment an und machen es zu einem Teil von uns. Ohne dieses Kompliment wäre dieser Tag vielleicht ein wenig grauer gewesen. Wir wünschen uns aber einen rosigen, farbenfrohen Tag. Ohne ein wenig Wärme und Rückversicherung mögen wir den Tag nicht so sehr. Also schauen wir, dass wir Komplimente erhalten. Das tut gut, wir fühlen uns akzeptiert und bewundert. Beinahe fühlt sich diese Bestätigung berauschend an. Wir sind berauscht von den Glückshormonen, die ausgeschüttet werden.

Und diese Glückshormone machen süchtig. Sie versüßen uns den Alltag, sie verleihen Lebendigkeit, sie geben uns Auftrieb, sie lösen in uns Euphorie aus. Ein fantastischer Cocktail. Wenn wir nun also süchtig nach diesen Glückshormonen sind, wo bekommen wir dann eine neue Dosis her, wenn wir es am Nötigsten brauchen?

Hier eine Liste der bekanntesten und der am weitesten verbreiteten Süchte:

  • Zucker
  • Kaffee
  • Sex
  • Weißmehl
  • Anerkennung
  • Arbeit
  • Essen
  • Smartphone
  • Fernseher
  • schlechte Nachrichten
  • Bewegung
  • Reden
  • Adrenalin
  • Beziehungen
  • Alkohol
  • Drogen
  • Tabak
  • Sport
  • Führung
  • Diskussionen
  • Rechthhaberei

Die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Wenn Sie mehr als 3 Süchte mit „Ja“ beantworten können, so sind Sie stark suchgefährdet. Herzlichen Glückwunsch! 🙂 Nein, so dramatisch ist es nicht. Wir alle haben Süchte, alle. Es ist normal und gehört zu unserem menschlichen Dasein. Doch sie machen uns abhängig. Abhängig von etwas im Außen. Dabei brauchen wir all das überhaupt nicht. Wir haben alles was wir brauchen, und noch viel mehr. Eine Sucht raubt uns Freiheit. Die Freiheit, frei über unsere Handlungen entscheiden zu können. Wollen wir frei sein, müssen wir unsere Süchte erkennen. Nicht ändern, einfach nur aufdecken und annehmen so wie sie sind. Sobald wir sie nicht mehr brauchen, weil wir frei genug sind um selbst entscheiden zu können, werden auch sie verschwinden. Wie alles, was uns auf unserem Weg belastet und ablenkt.

 

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