Die Wunschliste, erster Teil

„Wie finde ich heraus, ob meine Seele mit einer anderen verwandt ist?“ Über diese Frage macht Sarah sich seit Monaten Gedanken. Sie spürt, dass eine ihrer Aufgabe ist, ihre andere Hälfte, ihren Seelenpartner zu finden. Viele glauben das sei nur Humbuk. Man kann ja schließlich mit jedem Menschen eine Gemeinsamkeit finden. Hier geht es aber um mehr, um viel mehr, um andere Dimensionen. Es geht um Explosionen und Feuerwerke, und es geht um die Wahrheit, die einzig wahre Wahrheit. Sarah verliert sich in dieser Welt, das passiert ihr häufiger. Sie kann nicht loslassen von diesem Thema. Ihr Seelenpartner.

Das letzte Mal als der Drang danach, ihren einzig wahren Partner zu finden so groß gewesen war, dass dieser Gedanke beinahe gänzlich ihren Alltag beherrschte, hatte sie ein Ritual vollzogen. Nichts großartiges, es hatte mit dem Gesetz der Resonanz zu tun. Sie wünschte sich ihren Partner bis ins kleinste Detail. Schrieb alles auf. Verinnerlichte diese Person, stellte sie sich so lebhaft wie nur möglich vor. Las ihre Wunschliste ein paarmal durch, schickte den Wunsch ab und ließ los. Ein halbes Jahr später tauchte er auf ihrer Bildfläche auf. Sie lernte ihn in dem Restaurant kennen, in dem sie lange Zeit gearbeitet hatte. Er stand am Tresen. Eigentlich wollte sie gar nicht mit ihm sprechen, da sie unter Zeitdruck war und gehen musste. Doch ihre Freundin sprach gerade mit jemandem, und so stellte sie sich zu Yannik und quatschte mit ihm. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass er ihr Leben verändern würde. Doch das tat er. Kurze Zeit später saßen sie zusammen im Flugzeug, auf dem Weg nach Mexiko und auf die Reise ihres Lebens. Sarah lachte. Ihr Herz machte einen Sprung. Das war der Wahnsinn, was für eine Erfahrung! Auf dieser Reise lernten sie so viel.

Viel über sich selbst, viel über die Welt, viel über Emotionen und die Ziele, die sie in ihrem Leben verfolgen wollten. Sie liebten sich innig. Jede Nacht schliefen sie in einem anderen Bett, in einem anderen Hostel, in einer anderen Stadt. Mit viel Sonne, Strand, Meer, tollen Leuten, fantastischem Essen und intensiven Begegnungen zwischen sich. Yannik war ein extrem leidenschaftlicher Kerl. Von 0 auf 100 schaffte er in wenigen Sekunden. Ganz gleich, um welche Emotion es ging. Romatik, Eifersucht, Wut, Freude. Er war ein ganzes Buch an Emotionen. Und er war so schön. Er strahlte etwas aus, das sie an das Leben selbst erinnerte: bunt, lebendig, laut, schrill. Sie war begeistert von ihm. In seiner Gegenwart kam sie sich manchmal spießig, grau und langweilig vor. Doch er liebte sie wie verrückt, beinahe abgöttisch. Sie schienen sich perfekt zu ergänzen.

Bald ein halbes Jahr, nachdem ihre verheißungsvolle Liebe ihren Lauf nahm, konnte sie nicht anders und nahm die Wunschliste wieder zur Hand. Natürlich konnte Sarah sich nicht mehr eindeutig und bis ins kleinste Detail an die Sätze erinnern, die sie einst aufgeschrieben hatte. Bei jedem Satz wurden ihre Augen größer. Sie konnte es nicht fassen: bis auf einen einzigen Punkt war das hier Yannik, den sie beschrieben hatte. Ihr blieb beinahe die Luft weg. Sie glaubte ja an die begrenzte Wirksamkeit solcher Methoden. Aber solch eine beinahe identische Übereinstimmung hatte sie beim allerbesten Willen nicht erwartet.

Wie es weiterging mit ihr und Yannik?

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